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Die Geschichte der Klimpermimen PDF Drucken E-Mail

 

Im Jahre 1997 trafen sich Jugendliche aus Wiesental in der Teestube um ein neues Theaterst├╝ck zu planen.Achim Milbich, Monika Firnkes, Martina Ams, Dominik Knebel und Steffen Eisenmann waren auf der Suche nach einem neuen St├╝ck. Man hatte mit diversen Theaterauff├╝hrungen, so auch mit "Der kleine Prinz" , beachtliche Erfolge erzielt und wollte nun auch beim neuen St├╝ck nicht auf die Unterst├╝tzung der Musik verzichten.

Martin Mahl, selbst jahrelang schon als Songwriter der Band "Changes" t├Ątig, interessierte sich l├Ąngst f├╝r Theater und Musik und fand den Weg zu der bew├Ąhrten Theatergruppe. Schnell einigte man sich auf "Momo" von Michael Ende und binnen eines halben Jahres war eine neue Theaterfassung mit f├╝nf Liedern und etlichen Instrumentalst├╝cken geschaffen. Momo war alles in allem ein voller Erfolg. Etwas Vergleichbares hatte es in Wiesental eher selten gegeben, so dass selbst Pfarrer Hirt Momos Botschaft mit in seine Predigt aufnahm. Alle waren sich einig, dass dies nicht der letzte Streich sein w├╝rde.

Dennoch, die Zeit verstrich und erst vier Jahre sp├Ąter fanden sich die Theaterfreunde, die bei Momo noch unter dem Namen: "Theatergruppe der Teestube" aufgetreten waren, wieder zusammen. "Reise um die Erde in 80 Tagen" hie├č das neue St├╝ck, nach einem Roman von Jules Verne. So genial die Geschichte ist, so schwierig empfand man mehr und mehr die Umsetzung. Eine Reise um die ganze Welt musste farbenpr├Ąchtig und mit unz├Ąhligen Kost├╝men dargestellt werden. Zwanzig Hintergrundbilder wurden entworfen und ├╝ber ein halbes Jahr lang auf Stoff gemalt. 64 Rollen waren zu besetzen und die Musik, ja die bunte Vielfalt der verschiedensten L├Ąnder, musste musikalisch erklingen. Das war weitaus schwieriger, als damals bei "Momo". Martin wusste, dass er hier nur mit seiner eingespielten Band ÔÇ×ChangesÔÇť zu Rande kommen w├╝rde und die waren sofort mit von der Partie. Ein Dreist├╝ndiges Musiktheaterst├╝ck wurde geschaffen.

Hatte man bei ÔÇ×MomoÔÇť die Szenen noch eingefroren, um die Lieder auf einer zweiten B├╝hne zu singen, so mussten bei "Reise um die Erde in 80 Tagen" die Darsteller selbst singen - ein Musical wurde geschaffen. Elf Songs und weit mehr als 20 Instrumentalst├╝cke, die beinahe alle g├Ąngigen Musikrichtungen - einschlie├člich indischer Sitarmusik - streifte, versetzte das Publikum mit einer Flut von B├╝hnenbildern ins Staunen. Eine zweite B├╝hne, die den Reform Club in London darstellte, sorgte f├╝r Kurzweile bei den Umbaupausen. Nach guten zwei Jahren Vorbereitung ging die Reise um die Erde los ÔÇô doch Moment.

Wie kam es eiegentlich zu dem Namen "Klimpermimen"? Die Stadt Wagh├Ąusel richtete im Jahr 2002 die Schirmherrschaft f├╝r die Aktion Mensch aus. Da die Theatergruppe mit ins Programm aufgenommen werden sollte, wollten wir uns mit einem richtigen Namen zur├╝ckmelden. Leichter gesagt als getan. Es sollten die Elemente des Theaterspielen und des Musizieren enthalten sein und durfte nicht zu geschwollen daherkommen. Ohne langes hin und her einigten wir uns auf "Klimpermimen". Dem Besuch von mehr als 1.000 Zuschauern erm├Âglichte es, der Aktion Mensch eine beachtliche Spende zu ├╝berweisen. Hier sei auch erw├Ąhnt, dass das "Amateurtheater PAROLE e.V." den Klimpermimen stets mit helfender Hand zur Seite steht.

Gleich nach den erfolgreichen Auff├╝hrungen von Reise um die Erde in 80 Tagen machten sich die Kreativen der Klimpermimen dran, Charles Dickens Roman "Ein Weihnachtslied" neu aufzuarbeiten und daraus ein zweieinhalbst├╝ndiges Musiktheaterst├╝ck zu erarbeiten. Wieder wurde getextet, komponiert und verworfen. Noch lange bevor auch nur eine Theaterprobe stattfand, traf man sich zu Gesangsproben und st├Ąrkte dadurch nicht nur die Gesangsk├╝nste der Einzelnen, sondern auch das Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl der Klimpermimen. Bald war allen klar, dass das neue St├╝ck noch gr├Â├čer, umfangreicher und anspruchsvoller werden w├╝rde.

Enrico Simon, bei "Momo" noch als begeisterter Zuschauer dabei, wurde bei den 80 Tagen als Mr. Fix gefeiert. Er ├╝bernahm zusammen mit Martin die Ausarbeitung des B├╝hnenkonzepts von "Scrooge - eine Weihnachtsgesvchichte" und wollte letztlich die Regie ├╝bernehmen. Ende August wurde er aus seinem Leben und aus unserer Mitte gerissen. Wie alle, die ihn kannten, waren auch die Klimpermimen wie gel├Ąhmt und das Projekt "Scrooge" kam zum Erliegen.

Die Klimpermimen rappelten sich auf und beschlossen einstimmig, das Projekt durchzuziehen. Da sich in den eigenen Reihen auf die Schnelle niemand fand, waren alle froh, das Sonja Schott die Regie ├╝bernahm. Sonja, aus Bahnbr├╝cken stammend, brachte viel Erfahrung aus ihrem Schauspiel bei der Bruchsaler "Iwwerzwerch"-Theatergruppe mit. F├╝r die Klimpermimen ist sie eine echte Bereicherung. Ihr gelang es, die letzten M├Ąngel im Konzept zu erkennen und das St├╝ck auf den richtigen Weg zu bringen. Nur drei Monate sp├Ąter, am 4. Dezember 2004, feierten die Klimpermimen dann die Premiere von "Scrooge - eine Weihnachtsgeschichte" und empfingen mit 20 Akteuren auf und ebenso vielen hinter der B├╝hne insgesamt 1.200 Theaterg├Ąste. Sie begeisterten mit einem runden, einf├╝hlsamen St├╝ck, welches das Publikum mit einem lachenden und einem weinenden Auge als "au├čergew├Âhnlich" beschrieb. Sehr viele Interessierte gingen bez├╝glich der Theaterkarten leer aus, so dass wir ├ťberlegungen anstellten, das St├╝ck im Jahr 2005 erneut aufzuf├╝hren.

Und wir f├╝hrten Scrooge in Dezember 2005 ein weiteres Mal auf und konnten auch hier auf f├╝nf ausverkaufte Vorstellungen zur├╝ckblicken. W├Ąhrend die Akteure noch einmal mit den Cratchits mitfieberten, machten sich die Kreativen auf, das Konzept f├╝r ein neues St├╝ck voranzutreiben. Man war sich einig, etwas Abstand zu den bisher doch eher historisch gewachsenen St├╝cken finden zu m├╝ssen und so sollte es ein St├╝ck sein, welches in der Gegenwart spielt und ein nicht ganz so ernstes Thema wie Scrooge┬┤s Odyssee beinhaltet.

Nach langer Suche fand man in "Die Zeit der bunten V├Âgel" den geeigneten Stoff und bearbeitete die einzig vorhandene Fassung - n├Ąmlich einen Film aus dem Jahre 1990 - zu einem Musical, welches dann f├╝rs Fr├╝hjahr 2007 auf dem Spielplan stand.